Lehramtsstudium

Sie möchten an einer lehrerbildenden Hochschule in NRW für den Lehrerberuf studieren. Das Lehramtsstudium schließen Sie mit dem Master of Education (M.Ed.) ab.

Hochschulstudium Bachelor und Master of Education

Um Lehrerin oder Lehrer werden zu können, müssen Sie ein Lehramtsstudium an einer Universität absolvieren. Ein Studium können Sie grundsätzlich nur dann aufnehmen, wenn Sie die allgemeine Hochschulreife, eine fachgebundene Hochschulreife oder ein abgeschlossenes Fachhochschulstudium besitzen.

Das Lehramtsstudium besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Studiengängen mit den entsprechenden Abschlüssen:

Im Bachelorstudiengang (drei Jahre, sechs Semester) erwerben Sie Wissen und Kompetenz (schulform-/lehramtsorientiert); in (zwei) Unterrichtfächern bzw. beruflichen Fachrichtungen bzw. Lernbereichen oder sonderpädagogischen Förderschwerpunkten. Lehramtsspezifische Module (Fachdidaktik, Bildungswissenschaften, Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte) und ein Eignungs- und Orientierungspraktikum an der Schule stellen - je nach Hochschule in unterschiedlichem Umfang - bereits Bezüge zum Lehrerberuf her. In einem weiterem Praxiselement, dem Berufsfeldpraktikum können Sie Perspektiven und Erfahrungen außerhalb der Schule sammeln.

Den Bachelorstudiengang schließen Sie ab mit dem Bachelor of Arts (B.A.) oder Bachelor of Science (B.Sc.). In der Regel im ersten Studienjahr absolvieren Sie ein Eignungs- und Orientierungspraktikum (EOP). Es dient der kritisch-analytischen Auseinandersetzung mit der Schulpraxis, der Reflexion für den Lehrerberuf und der Entwicklung einer professionellen Perspektive für das weitere Studium.

Nach dem Bachelorabschluss können Sie wählen, ob Sie eine nicht lehramtsbezogene berufliche Laufbahn in Wissenschaft oder Praxis einschlagen möchten.

Ihren Lehramtsabschluss erwerben Sie im Masterstudiengang (zwei Jahre, vier Semester). Dieser ist ausschließlich auf den Lehrerberuf ausgerichtet, mit Wissens- und Kompetenzerwerb (je nach schulformbezogenem Lehramt) in den Unterrichtfächern bzw. beruflichen Fachrichtungen bzw. Lernbereichen oder sonderpädagogischen Förderschwerpunkten sowie in Bildungswissenschaften und einem fünfmonatigen  Praxissemester an einer Schule entsprechend der von Ihnen gewählten Schulform.

Den Masterstudiengang schließen Sie ab mit dem Master of Education (M.Ed.) für die jeweilige Lehramtsform. Der Master of Education ist Zugangsvoraussetzung für den Vorbereitungsdienst als dem schulpraktischen (zweiten) Teil der Lehrerausbildung im Anschluss an das erfolgreich beendete Studium.

Hochschulstudium Erste Staatsprüfung - genehmigte Einzelfälle

Die lehramtsbezogenen Studiengänge mit dem Abschluss der Ersten Staatsprüfung gemäß LPO 2003 für alle Schulformen sind mit dem 30.09.2018 ausgelaufen.

Anmeldungen zu Prüfungen gemäß Lehramtsprüfungsordnung (LPO) 2003 werden an den zuständigen Außenstellen nur noch für Wiederholungsprüfungen und/oder von Kandidatinnen und Kandidaten mit genehmigten Härtefallanträgen angenommen.

Rechtsgrundlage dieser Regelung: 

Der Landtag in NRW hat am 20.04.2016 die Änderung des Lehrerausbildungsgesetzes (LABG) beschlossen. Danach verlängern sich gemäß § 20 Abs. 4 S. 1 LABG die Übergangsfristen für die Lehrämter von vier auf sechs Semester über die Regelstudienzeit hinaus. Die vorgenannte Regelstudienzeit bezieht sich auf das abstrakte Auslaufen der Regelstudienzeiten an den jeweiligen Hochschulstandorten (gerechnet ab der letzten Möglichkeit der Einschreibung in lehramtsbezogene Staatsprüfungsstudiengänge gemäß LPO 2003 im Sommersemester 2011) unabhängig vom jeweiligen Fachsemester der Studierenden.

Die Erste Staatsprüfung musste folglich abgeschlossen sein:

  • für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen und den entsprechenden Jahrgangsstufen der Gesamtschulen  bis zum 30.09.2017
  • für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen bis zum 30.09.2018
  • für das Lehramt an Berufskollegs  bis zum 30.09.2018 
  • für das Lehramt für Sonderpädagogik  bis zum 30.09.2018 

Diese Fristen gelten auch für den Erwerb eines weiteren Lehramtes gemäß § 41 LPO und für Erweiterungsprüfungen gemäß § 29 LPO.

Darüber hinaus kann das Prüfungsamt diese Fristen gemäß § 20 Abs. 4 S. 2 LABG auf (formlosen) Antrag im Einzelfall ("Härtefallantrag") und im Einvernehmen mit der jeweiligen Hochschule unter Vorlage der entsprechenden Nachweise verlängern, soweit die Verzögerung des Studienabschlusses auf

  1. einer durch ärztliches Attest oder amtsärztliches Gutachten nachzuweisenden längeren schweren Erkrankung,
  2. einer Schwerbehinderung,
  3. einer Schwangerschaft,
  4. der Pflege und Erziehung eines eigenen Kindes bis zu zehn Jahren,
  5. der tatsächlichen Verantwortung für einen anerkannten Pflegefall oder
  6. der Mitgliedschaft in Organen der Selbstverwaltung der Studierenden nach § 53 Absatz 1 des Hochschulgesetzes (d.h. Studierendenparlament und AStA)

beruht, und die Regelstudienzeit (gerechnet ab der letzten Möglichkeit der Einschreibung in lehramtsbezogene Staatsprüfungsstudiengänge im Sommersemester 2011 nicht um insgesamt (bezogen auf die pauschale und härtefallbezogene Fristverlängerungen) mehr als zehn Semester überschritten wird.

Konkret bedeutet dies, dass über die pauschale Fristverlängerung von sechs Semestern, die alle Studierenden erhalten, hinaus, in besonderen Härtefällen individuelle Fristverlängerungen um maximal vier weitere Semester möglich sind, da die Obergrenze von zehn Semestern ansonsten überschritten wird. Für Studierende, die sich auf einen besonderen Härtefall berufen können, sind individuelle Fristverlängerungen folglich bis maximal zum Ende des Sommersemesters 2019 (für LA GHR) bzw. bis zum Ende des Sommersemesters 2020 (für alle anderen Lehrämter) möglich.

Diese Regelung gilt für alle Studierenden, die sich auf einen besonderen Härtefall berufen können, unabhängig davon, in welchem Hochschulsemester sie sich individuell befinden, d.h. auch für alle, die ihre individuelle Regelstudienzeit um mehr als zehn Semester überschritten haben.

Beispiel: Die Regelstudienzeit für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen von neun Semestern ist z.B. an der Universität zu Köln bei letztmaliger Einschreibung im Sommersemester 2011 im September 2015 ausgelaufen. Das LABG von 2016 gewährt allen Studierenden zusätzlich sechs Semester bis September 2018. Die Härtefallregelung erlaubt - nach individuellen nachzuweisenden Härtefällen - bis zu maximal vier weitere Semester bis September 2020. Darauf, wie lange und in welchen Fächern jemand individuell vorher schon studiert hat, kommt es nicht an.

Für Wiederholungsprüfungen nach nicht bestandener Erster Staatsprüfung verlängern sich diese Fristen noch einmal um zwei Semester, also bis maximal SoSe 2020 (LA GHR) bzw. maximal SoSe 2021 (alle anderen Lehrämter).

Für die Beratung und Antragstellung wenden Sie sich bitte direkt an die für Sie zuständige Außenstelle des Landesprüfungsamtes.

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