Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen

Hier finden Sie Informationen zur Schulform, zu den Aufgaben als Lehrerin und Lehrer, zur Schülerklientel sowie zur Lehrerausbildung in Hochschulstudium und Vorbereitungsdienst.

Schulform Gymnasium und Gesamtschule (GyGe)

Das Gymnasium (Sekundarstufe I und Sekundarstufe II) in Nordrhein-Westfalen ermöglicht Schülerinnen und Schülern den schnellsten Weg zum Abitur. In einem durchgehenden Bildungsgang wird dieser Abschluss im Regelfall nach acht bzw. neun Jahren erreicht.

Ziel des Gymnasiums ist die Vermittlung einer vertieften allgemeinen Bildung, die zur Aufnahme eines Hochschulstudiums befähigt und für eine berufliche Ausbildung qualifiziert. Der Unterricht soll zur Auseinandersetzung mit komplexen Problemstellungen anleiten und zu abstrahierendem, analysierendem und kritischem Denken führen.

Die Gesamtschule ist eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens. Sie arbeitet mit Kindern und Jugendlichen aller Leistungsstärken und hält Laufbahnentscheidungen möglichst lange offen.

Aufgrund ihres besonderen pädagogischen Konzeptes sind Gesamtschulen häufig gebundene Ganztagsschulen. Die Gesamtschule umfasst in der Sekundarstufe I die Klassen 5 bis 10 und in der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe) die Jahrgangsstufen 11 bis 13.

Lehren und Lernen an Gymnasien und Gesamtschulen

Lehrerinnen und Lehrer mit dem Hochschulabschluss M.Ed. Lehramt GyGe arbeiten an Gymnasien oder Gesamtschulen sowohl in der Sekundarstufe I als auch in der Sekundarstufe II ("gymnasiale Oberstufe"). 

Ausgehend von pädagogischen Leitzielen sind Lehrerinnen und Lehrer nicht nur Fachleute, die Sach- und Fachinhalte vermitteln. Sie unterrichten, erziehen und beraten in einem vom Schulministerium (MSB) vorgegebenen Rahmen. Sie sind Initiatoren nachhaltiger Lernprozesse für die Befähigung von Schülerinnen und Schülern in heterogenen Lerngruppen zum eigenständigen Lernen. In Lehrerteams werden gemeinsam Unterrichtskonzepte entwickelt und umgesetzt. Zusätzlich zu den festgelegten Unterrichtszeiten sind Sie beruflich vornehmlich tätig

  • in der Koordination und Durchführung von Unterrichts- und Lernprozessvorbereitung, Korrekturen, Abiturvorbereitungen und -prüfungen
  • in Vertretungsunterricht, Lehrplanarbeit, Schulprogrammarbeit, Fortbildungsmaßnahmen, Portfoliopflege
  • auf Lehrer- und Schulkonferenzen
  • auf Klassenfahrten, Wandertagen, Elternabenden, Elternsprechtagen und anderen schulischen Veranstaltungen

Außerschulisch kooperieren Sie z.B. mit Beratungsstellen, Behörden, Unternehmen, staatlichen und privaten Forschungs- oder Bildungseinrichtungen sowie in Schüleraustauschprojekten mit ausländischen Schulen.

Im Zuge des Inklusionsprozesses an den Schulen sind grundsätzlich auch Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung an allgemeinen Schulen aller Schulformen sowie an Förderschulen in allen sonderpädagogischen Förderschwerpunkten tätig.

Für Schülerinnen und Schüler mit ihren verschiedenen kulturellen, nationalen und bildungsbiographischen Hintergründen ist nach erfolgreichem Abschluss der gymnasialen Oberstufe am Gymnasium und an der Gesamtschule das Abitur ("Hochschulreife") der schnellste Weg zum Studium an einer Hochschule.

Um ein Gymnasium besuchen zu dürfen, benötigen die Schülerinnen und Schüler in der Regel eine Empfehlung aus der Grundschule; allerdings sind die Eltern an diese Empfehlung nicht gebunden.

Auf der Sekundarstufe I an Gymnasium und Gesamtschule werden die Pflichtfächer bis zur 7. Klasse im Klassenverband unterrichtet. Ab der 7. Klasse können erste Profilfächer und Schwerpunkte gewählt werden. Die Schülerinnen und Schüler können z.B. eine weitere Fremdsprache eigenständig auswählen.

Auf der gymnasialen Oberstufe an Gymnasium und Gesamtschule werden die festen Klassenverbände aufgelöst, und es wird in von den Schülerinnen und Schülern unter festgelegten Kombinationsvorgaben gewählten Grund- und Leistungskursen unterrichtet. Da das Abitur den Zugang zu den Hochschulen ermöglicht, legt die Schule besonderen Wert auf die Vorbereitung auf diesen weiteren Bildungsweg - dies geschieht vor allem auf der gymnasialen Oberstufe.

Im Vordergrund steht hierbei die Entwicklung der Kompetenz sich selbstständig Wissen zu erarbeiten und dieses Wissen auf andere Lern- und Lebenssituationen übertragen zu können. Schülerinnen und Schüler werden in der gymnasialen Oberstufe in der Regel auch am Nachmittag unterrichtet.

Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Ablauf des Studiums mit dem Abschluss Master of Education GyGe

Das Lehramtsstudium (GyGe) besteht aus zwei aufeinander aufbauenden Studiengängen mit den entsprechenden Abschlüssen:

  • im Bachelorstudiengang (drei Jahre, sechs Semester) erwerben Sie Wissen und Kompetenz in zwei Fächern. Lehramtsspezifische Module (Fachdidaktik, Bildungswissenschaften, Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte) und ein Eignungs- und Orientierungspraktikum an der Schule stellen - je nach Hochschule in unterschiedlichem Umfang - bereits Bezüge zum Lehrerberuf her. In einem weiterem Praxiselement, dem Berufsfeldpraktikum können Sie Perspektiven und Erfahrungen außerhalb der Schule sammeln. Den Bachelorstudiengang schließen Sie ab mit dem Bachelor. In der Regel im ersten Studienjahr absolvieren Sie ein Eignungs- und Orientierungspraktikum. Es dient der kritisch-analytischen Auseinandersetzng mit der Schulpraxis, der Reflexion für den Lehrerberuf und der Entwicklung einer professionellen Perspektive für das weitere Studium.
  • der Masterstudiengang (zwei Jahre, vier Semester) ist mit Wissens- und Kompetenzerwerb in den Unterrichtsfächern, in Bildungswissenschaften und einem fünfmonatigen Praxissemester an einem Gymnasium oder an einer Gesamtschule, ausschließlich auf den Lehrerberuf ausgerichtet.

Den Masterstudiengang schließen Sie ab mit dem Master of Education (M.Ed. - Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen). Der Master of Education ist Zugangsvoraussetzung für den Vorbereitungsdienst als dem schulpraktischen Teil der Lehrerausbildung im Anschluss an das erfolgreich beendete Studium.

Die Graphik im Downloadbereich veranschaulicht Ihnen Ablauf, Struktur und Bestandteile des Studiums für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (GyGe).

Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen Fächerkombinationen und Studienorte in NRW

Für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen sind die folgenden Studienfächer zugelassen:

Biologie, Chemie, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Ernährungslehre, Evangelische Religionslehre, Französisch, Geographie, Geschichte, Griechisch, Informatik, Islamische Religionslehre, Italienisch, Japanisch, Katholische Religionslehre, Kunst, Latein, Mathematik, Musik, Niederländisch, Pädagogik, Philosophie/Praktische Philosophie, Physik, Psychologie, Rechtswissenschaft, Russisch, Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft), Spanisch, Sport, Technik, Türkisch.

Fächerkombinationsvorgaben

Kernfächer: Als eines der beiden Fächer ist Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Evangelische Religionslehre, Französisch, Geschichte, Islamische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Latein, Mathematik, Philosophie/Praktische Philosophie, Physik, Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft) oder Spanisch zu wählen.

Ein Kernfach kann durch ein anderes Fach aus der vorgenannten Liste ersetzt werden, wenn dieses Fach im Rahmen eines bilingualen Studiengangs studiert wird, der Absolventinnen und Absolventen befähigt, in ihrem Fach auf der sprachlichen Kompetenzstufe C1 (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen des Europarates „Lernen, lehren, beurteilen“) zu arbeiten.

An Stelle von zwei Unterrichtsfächern kann auch nur das eine Unterrichtsfach Kunst oder nur das eine Unterrichtsfach Musik treten; dieses eine Fach wird mit einem höheren Studienumfang, welcher dem Umfang zweier Fächer entspricht, studiert.

Eines der Kernfächer kann an Stelle eines zweiten Unterrichtsfachs mit einem der folgenden sonderpädagogischen Förderschwerpunkten (FSW) verbunden werden: FSW Hören und Kommunikation, FSW körperliche und motorische Entwicklung, FSW Sehen.

Im Downloadbereich finden Sie eine aktuelle Auflistung der Hochschulstandorte mit Fächerangebot für Bachelor- (B.A. / B.Sc.) und Masterstudium (M.Ed. Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen).

Kontakte zu den lehrerbildenden Hochschulen in NRW

Die Universitäten in Nordrhein-Westfalen unterhalten jeweils Organisationseinheiten, die sich mit der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern befassen. Diese Zentren für Lehrerbildung (ZFL) firmieren mit unterschiedlicher Namensgebung an den einzelnen Hochschulstandorten.

Im Downloadbereich finden Sie die Kontaktdaten der einzelnen ZFL. Diese können Ihnen dabei helfen, konkrete Informationen zu den Voraussetzungen, den besonderen Bedingungen und dem Studienablauf zu erlangen.